Schmerzforschung bei Kindern und Jugendlichen

Chronische Schmerzen stellen bei Kindern und Jugendlichen ein gravierendes Gesundheitsproblem dar. In Deutschland leiden etwa 40% der Jugendlichen unter wiederkehrenden Schmerzen. Bei einigen Betroffenen stellt dieses Symptom (noch) kein medizinisch relevantes Problem dar und gelegentlich zeigt sich eine Spontanremission. Ungefähr die Hälfte der betroffenen Kinder und Jugendlichen entwickelt aber ein solch gravierendes Schmerzproblem, dass sie deswegen einen Arzt aufsuchen. Je nach Schmerzschweregrad ist eine primäre Versorgung beim Kinderarzt ausreichend oder eine ambulante Versorgung in einer Spezialambulanz notwendig. Bei etwa fünf Prozent entsteht eine schwere Schmerzstörung: Sie sind aufgrund der Schmerzen stark in ihrem physiologischen und emotionalen Funktionsniveau eingeschränkt und nehmen viele medizinische Leistungen in Anspruch. Um diesen Patienten angemessen zu helfen, ist zumeist eine intensive interdisziplinäre multimodale stationäre Schmerztherapie notwendig.

Das Ziel unserer Forschungsarbeit ist es, der Entstehung chronischer Schmerzen im Kindes- und Jugendalter vorzubeugen (Prävention) sowie Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen eine bestmögliche Versorgung zu bieten. Hierzu besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderschmerzzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln.

Pädiatrische Palliativversorgung

Lebenslimitierende Erkrankungen beschreiben Krankheitsbilder, bei denen keine realistische Hoffnung auf Genesung zu erwarten ist und an denen die betroffenen Kinder und Jugendlichen wahrscheinlich vor Erreichen des Erwachsenenalters versterben werden. Basierend auf Daten aus England lässt sich hochrechnen, dass in Deutschland etwa 32/10.000 Kindern und Jugendlichen an lebenslimitierenden Erkrankungen leiden, was einer Punktprävalenz von etwa 46.000 Betroffenen entspricht.

In der pädiatrischen Palliativversorgung stellen nicht Krebserkrankungen, sondern genetische, neurologische und metabolische Erkrankungen die häufigsten Diagnosen dar. Während Erwachsene zumeist nur wenige Wochen am Lebensende eine palliative Versorgung in Anspruch nehmen, beginnt die pädiatrische Palliativversorgung mit der Diagnosestellung und dauert oft über viele Jahre an. In dieser Zeit ändert sich die gesundheitliche Situation der Patientinnen und Patienten häufig, was eine ständige Anpassung der Versorgung notwendig macht. Viele Kinder, die sich in palliativer Betreuung befinden, werden zudem mehrmals jährlich stationär aufgenommen und nach der Entlassung wieder in die ambulante Versorgung übergeben. Insgesamt entsteht so eine hoch komplexe Versorgungssituation, welche enormen Koordinationsaufwand bedeutet und die enge Zusammenarbeit eines multiprofessionellen Teams von stationären und ambulanten Versorgern bedarf.

Unsere Forschung fokussiert die Herausforderungen der pädiatrischen Palliativversorgung, um die Lebensqualität der Familien zu verbessern. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Palliativzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln.

Kinderschutz

Das Kinderschutzsystem zielt darauf ab Gefährdungen des Kindeswohls abzuwenden; insbesondere, wenn dadurch die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes gefährdet ist. Kindeswohlgefährdung kommt in unterschiedlichen Formen vor: emotionale und körperliche Vernachlässigung, emotionale und körperliche Misshandlung sowie sexueller Missbrauch.

Genaue Fallzahlen bezüglich Kindeswohlgefährdung in Deutschland existieren aufgrund einer fehlenden systematischen Erfassung nicht. Anhand der Kinder- und Jugendhilfestatistik und der Polizeilichen Kriminalstatistik kann das Hellfeld von Kindeswohlgefährdungen abgebildet werden. Pro Jahr werden laut Kinder- und Jugendhilfestatistik circa 50.000 Kindeswohlgefährdungen von Jugendämtern registriert. Jedoch wird von einer großen Dunkelziffer ausgegangen.

Neben dem akuten Schutz des Kindes, leitet sich vor allem aus den vielfach nachgewiesenen langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Verhalten von betroffenen Personen Handlungsbedarf ab. Personen, die Gewalt und/oder Vernachlässigung in der Kindheit erlebt haben, weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für diverse Krankheiten auf, wie z.B.  Adipositas, ischämische Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs, Suchterkrankungen oder Depressionen.

Mit unserer Arbeit wollen wir den Kinderschutz in Deutschland vorantreiben und zu einer Verstetigung der Handlungssicherheit von Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitssystems beitragen

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